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Der Unterschied zwischen Hanf und Cannabis

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Oft werden wir gefragt „was ist eigentlich der Unterschied zwischen Hanf und Cannabis?“ Wir antworten darauf hĂ€ufig, dass Cannabis ein „High“ erzeugen kann und in Deutschland illegal ist und Hanf eine Nutzpflanze, die in Deutschland legal ist. Das ist zwar eine korrekte Antwort, aber sie beschreibt mehr das Ergebnis der Unterschiede zwischen Hanf und Cannabis als die Unterschiede selbst. Das liegt daran, dass es sehr schwer ist ein so komplexes Thema in einem GesprĂ€ch schnell und verstĂ€ndlich zu erklĂ€ren. Deswegen haben wir uns die Zeit genommen, eine wissenschaftliche und gut verstĂ€ndliche Antwort auf den Unterschied zwischen Hanf und Cannabis zu liefern.


Umgangssprache

Umgangssprache scheint vielleicht auf den ersten Blick eine sonderbare Art, um herauszufinden, worin sich Hanf und Cannabis unterscheiden. Die „Sprache, die im tĂ€glichen Umgang mit anderen Menschen verwendet wird“1 hat jedoch einen großen Einfluss darauf wie wir die Welt wahrnehmen und auch darauf welche Worte wir selbst verwenden. HĂ€ufig ist das sogar wichtiger als Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften.

Ein Beispiel:

Wahrscheinlich hast du schonmal davon gehört, das eine Tomate eigentlich eine Frucht ist. FĂŒr einige Wissenschaftler und diesen einen Freund von dir, der einfach nicht aufhören kann das Thema aufzubringen, ist das ein wichtiges Thema. Jedoch werden die SupermĂ€rkte ihre Kategorisierung und die Behandlung von Tomaten als GemĂŒse nicht Ă€ndern und fĂŒr die wenigsten Menschen ist dieser Fakt relevant. Deswegen bleibt die Tomate in der Umgangssprache ein GemĂŒse.


Hanf in der Umgangssprache

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden alle Produkte der Pflanze die nicht als Rauschmittel verwendet werden als Hanfprodukte bezeichnet. Das ist gut zu sehen am Beispiel von Hanfsamen, Hanföl oder Dichthanf. Das Ergebnis ist das, was zĂ€hlt. Ist das verwendete Öl ein Speiseöl und kann kein „High“ erzeugen, dann wird es „Hanföl“ genannt, unabhĂ€ngig von der tatsĂ€chlichen Herkunft der Pflanze.  


Cannabis in der Umgangssprache

Produkte, die mit psychoaktiver Wirkung in Verbindung stehen werden hĂ€ufig Cannabis genannt. Obgleich die berauschende Wirkung eigentlich nur in einem bestimmten Teil, nĂ€mlich der BlĂŒte der Pflanze, zu finden ist. Trotzdem bezeichnet man nicht nur die BlĂŒte dieser Pflanze mit dem Wort Cannabis, sondern auch gleich die ganze Pflanze. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Cannabis also eine Pflanze mit einer BlĂŒte, die eine psychoaktive Wirkung hat. Diese beiden sind vernetzt. Wenn die BlĂŒte nicht psychoaktiv ist, wird die BlĂŒte nicht Cannabis genannt, sondern AromablĂŒte. Wenn die Pflanze keine psychoaktive BlĂŒte trĂ€gt, wird sie nicht Cannabis genannt, sondern Hanf.


Einige Beispiele fĂŒr die Verwendung der Wörter Hanf und Cannabis

Die Bezeichnung „Cannabissamen“ steht ausschließlich fĂŒr Samen, die zur ZĂŒchtung von bewusstseinsverĂ€ndernden Pflanzen verwendet werden, nicht aber fĂŒr Samen, die zum Verzehr gemacht sind. Die als Nahrungsmittel verwendeten Samen werden „Hanfsamen“ genannt. Auch steht „Cannabisöl“ ausschließlich fĂŒr Öl mit medizinischem oder berauschendem Effekt, nicht aber fĂŒr Speiseöl welches als „Hanföl“ bezeichnet wird. „Dichthanf“, HanffĂ€den, die man zur Abdichtung von Rohren benutzt, hat kein GegenstĂŒck mit dem Namen „Dichtcannabis“. Das kommt daher, dass „Dichthanf“ rein fĂŒr die industrielle Anwendung verwendet wird und es keine bewusstseinsverĂ€ndernde Version dieses Dichtstoffes gibt.

Dichthanf; Engelshaar; Der Unterschied zwischen Hanf und Cannabis
Dichthanf


Biologie

Die biologische Perspektive ist weniger eindeutig, als man sich wĂŒnschen wĂŒrde. Das liegt daran, dass die Hanfpflanze in vielen Teilen der Erde seit mehreren Jahrtausenden zu verschiedenen Zwecken kultiviert wurde. Die meisten Kulturen kannten oder benötigten nicht jede Nutzungsmöglichkeit der Hanfpflanze. Daher wurde die Pflanze auf der ganzen Welt zu unterschiedlichen Zwecken gezĂŒchtet. Und so, durch eine Mischung von selektiver ZĂŒchtung durch die Menschen und natĂŒrlicher Auslese durch die Natur, entstanden viele verschiedene Unterarten der Pflanze.2–5 Das fĂŒhrt dazu, dass einzelne Pflanzen schwer zu unterscheiden und schwer in verschiedene Schubladen zu stecken sind. Aus diesem Grund gibt es zu jeder der folgenden Klassifizierungen einige Ausnahmen. Gemeinsam angewendet ergeben die hier vorgestellten Kategorien jedoch verlĂ€ssliche Orientierung und werden deshalb auch in der Forschung und in Gerichten verwendet.


Systematik der Lebewesen

Die Systematik der Lebewesen ist eine Art die Tier- und Pflanzenwelt zu ordnen. Hanf ist darin der Name einer Gattung deren wissenschaftlicher Name „Cannabis“ lautet. Diese Gattung hat zwei Arten: Cannabis Sativa und Cannabis Indica, was die wissenschaftlichen Namen der Arten sind.6 Die erste Art ist Cannabis Sativa welche im Normalfall keine berauschende Wirkung hervorrufen kann wird in der Umgangssprache Hanf genannt. Cannabis Sativa zeichnet sich durch einen höheren CBD Gehalt und hohe industrielle Verwertbarkeit aus. Die zweite Art ist Cannabis Indica, die im Normalfall psychoaktive BlĂŒten trĂ€gt und in der Umgangssprache Cannabis genannt wird. Cannabis Indica zeichnet sich durch höhere THC Level und geringe industrielle Verwertbarkeit aus.

Hanf und Cannabis in der Systematik der Lebewesen; Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Cannabis
Abb. Hanf und Cannabis in der „Systematik der Lebewesen“


Die mehrfache Vergabe der Namen Cannabis und Hanf in der „Systematik der Lebewesen“ kann durchaus verwirrend sein. Deswegen zur Veranschaulichung ein Vergleich:

Wir alle gehören der Art Homo sapiens an. Doch nennen wir uns selbst in der Umgangssprache Menschen. Mensch, oder mit wissenschaftlichen Namen Homo, ist aber die Bezeichnung fĂŒr die ganze Gattung der Menschen. Also bezeichnet Mensch (Homo) alle anderen ausgestorbenen Arten der Menschen ebenso wie uns. Dennoch nennen wir andere Menschen, wie z.B. den Homo Neanderthalensis nicht Mensch, sondern Neandertaler.

Der Mensch in der Systematik der Lebewesen
Abb. Der Mensch in der „Systematik der Lebewesen“


Besonders bei diesem Punkt gibt es in der Wissenschaft eine große Debatte,4 also seid nicht verwirrt, wenn ihr an anderer Stelle eine andere Aussage ĂŒber die Einordnung der Hanfpflanze in die „Systematik der Lebewesen“ hört. Die Debatte ĂŒber die Klassifizierung von Hanf begann bereits 1785 mit Jean-Baptiste Lamarck6 und Carl Linnaeus und wird wohl auch noch einige Zeit gefĂŒhrt werden.
Wir haben uns entschieden diese These vorzustellen, um den Unterschied zwischen Hanf und Cannabis zu erlĂ€utern, weil sie logisch ist und außerdem gut als Faustregel funktioniert. Sie löst das Problem der Unterscheidung am besten, solange man sich nicht hauptberuflich mit
dieser Frage auseinandersetzt.


Unterschiede in THC Gehalt:

Ein Merkmal, in dem sich Hanf von Cannabis unterscheidet ist der Gehalt an THC und CBD und das VerhĂ€ltnis in dem die beiden vorhanden sind.5–7 Dieses VerhĂ€ltnis von THC und CBD Gehalt unterscheidet sich von Pflanze zu Pflanze. Beeinflusst wird es durch unterschiedliche Bedingungen beim Wachsen, aber vor allem durch Gene. Man kann also um herauszufinden ob es sich um Hanf oder Cannabis handelt den Gehalt und das VerhĂ€ltnis von CBD und THC in der Pflanze messen. Man kann auch die entsprechenden Gene untersuchen die zu diesem Unterschied fĂŒhren.

Es gibt Gene, die die Produktion von THC und CBD und deren MengenverhĂ€ltnis bestimmen. Diese Gene entscheiden jeweils wie viel THC und CBD produziert wird7. Man kann also die entsprechenden Gene der Pflanze untersuchen, was in jedem Wachstumsstadium möglich ist. Das ist kaum vereinfacht zu erklĂ€ren, aber wenn bestimmte Gene vorhanden sind, handelt es sich vermutlich um eine Cannabispflanze und wenn andere bestimmte Gene vorhanden sind, handelt es ich vermutlich um eine Hanfpflanze. Diese genetischen Untersuchungen gehen ĂŒber die Gene, die mit THC und CBD Produktion in Verbindung stehen hinaus. Es gibt also viele Gene an denen man bestimmen kann, ob man eine Hanf- oder eine Cannabispflanze vor sich hat. Man kann Cannabis Sorten und Hanf Sorten bis auf einige Ausnahmen erfolgreich durch eine Genanalyse unterscheiden doch haben Hanf und Cannabis genetisch deutlich mehr gemeinsam, als sie unterscheidet.


Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und Hanf?

Cannabis wird angebaut, um BlĂŒten zur Medizinischen oder zur Freizeitverwendung zu erzeugen wĂ€hrend Hanf als Medizin, Heilmittel, Nahrungsmittel und zur Fasergewinnung angebaut wird. Produkte aus Cannabis können dich ,‚High‘‘ machen, Produkte aus Hanf nicht. Cannabispflanzen gehören zum Großteil zu Pflanzen der Art Cannabis Indica und Hanfpflanzen gehören zum Großteil zu Pflanzen der Art Cannabis Sativa. Cannabis hat einen hohen Gehalt an THC und kann deswegen „High“ machen, Hanf hat einen hohen Anteil an CBD und kann deswegen nicht „High“ machen. Hanf ist legal, Cannabis ist illegal.


 

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Fragestellungen.

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung und sind nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder VerhĂŒtung von Krankheiten gedacht. Sie ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und dĂŒrfen nicht als Grundlage zur eigenstĂ€ndigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens!


 

Quellen

1.    “Duden | Umgangssprache | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft,” 2020.

2.    Clarke, R. C., and Merlin, M. D., “Cannabis Domestication, Breeding History, Present-day Genetic Diversity, and Future Prospects,” Critical Reviews in Plant Sciences, V. 35, 5-6, 2016, pp. 293–327.

3.    van Bakel, H., Stout, J. M., Cote, A. G., Tallon, C. M., Sharpe, A. G., Hughes, T. R., and Page, J. E., “The draft genome and transcriptome of Cannabis sativa,” Genome Biol, V. 12, No. 10, 2011, R102.

4.    Small, E., “Evolution and Classification of Cannabis sativa (Marijuana, Hemp) in Relation to Human Utilization,” Bot. Rev., V. 81, No. 3, 2015, pp. 189–294.

5.    Small, E., and Cronquist, A., “A Practical and Natural Taxonomy for Cannabis,”.

6.    Hillig, K. W., “Genetic evidence for speciation in Cannabis (Cannabaceae),” Genet Resour Crop Evol, V. 52, No. 2, 2005, pp. 161–180.

7.    Shannon L. Datwyler & George D. Weiblen, “Genetic Variation in Hemp and Marijuana (Cannabis sativa L.) According to Amplified Fragment Length Polymorphisms*,”.

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